Mittwoch, 04.11.2015

Rostock

Ahoi! Reise nach Rostock: Die Gedankenflieger erreichen die Ostsee. Ganz im Norden Mecklenburg Vorpommerns freuen wir uns auf unseren Besuch im Literaturhaus Rostock und fahren am Nachmittag weiter ans Meer: zur Grundschule in Warnemünde.

Mittwoch – Mitte der Woche, Mitte der Tour – Zwischenresümee und Blick in den Werkzeugkasten

Heute ist ein besonderer Tag, denn heute Vormittag philosophieren wir im Literaturhaus Rostock, wo wir vertraute Gesichter sehen – alle Literaturhäuser sind gut miteinander vernetzt. Wir treffen zum Beispiel Juliane Foth, die uns bei der Tourenplanung durch Mecklenburg-Vorpommern sehr unterstützt hat. Herzlichen Dank an dieser Stelle – auch allen helfenden Händen in Hamburg!

Es kommen munter schnatternde Erstklässler der Jenaplanschule hereinspaziert, die das Philosophieren bereits aus der Schule kennen. Wir zeigen Ihnen unsere Gedankenflieger-Landkarte, auf der sie die beiden Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sehen. Wir haben uns absichtlich für eine regionale Karte entschieden, weil die Kinder sich freuen, darauf bekannte Orte zu entdecken. Sie verfolgen gespannt unsere Reiseroute, die wir mit einem kleinen Bus nachfahren. Ohnehin machen wir die Erfahrung, dass die Kinder sehr interessiert sind, zu erfahren, wie es anderen Kindern an anderen Orten geht: Geht es euch gut? Wie lebt ihr denn? Wie ist eure Schule? Seid ihr glücklich? Habt ihr eine Familie? Vermisst ihr jemanden?

Wir beginnen unsere Runde mit den Rostocker Kindern dann auch mit der philosophischen Postkarten-Frage, die die Kinder aus Neu Kaliß für sie geschrieben haben: »Würdet ihr Stadtkinder mit uns Landkindern tauschen?« Sofort wägen die Kinder ab: Kino, viele Läden, McDonalds, Eis essen, Schwimmbad, Bibliothek werden für die Stadt in die Waagschale geworfen. Wald, mehr Platz, auch für Hausiere, gute Luft, »einfach raus gehen und Freunde sehen« werden als Vorteile für das Leben in einem Dorf genannt. Ja, für eine Weile könnten sich viele vorstellen zu tauschen, aber auf Dauer eher nicht.

Die zweite mitgebrachte Frage lautet: »Wie kann man die Umwelt schützen?« Passend zu dem Thema haben wir das Buch »Maulwurfstadt“ (siehe Buchtipp) im Philomobil. Dank Beamer vor Ort und mitgebrachten Scans auf einem USB-Stick sind die detailreichen und fantasievollen Bilder und die hintergründige Geschichte von Torben Kuhlmann im Nu an die Wand geworfen und ziehen die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Sie versinken in der Geschichte, sind fasziniert von der immer perfekter eingerichteten Welt der Maulwürfe unter – und verdutzt bis schockiert über die Folgen dieser »Modernisierung« über Tage.

Mittwoch, Mitte der Woche, Mitte der Gedankenflieger-Tour und Zeit für ein Zwischenresümee. Wir haben uns bislang an allen Schulen sehr willkommen gefühlt. Überall haben wir andere Kinder-Realitäten kennen gelernt, alle Kinder haben gerne philosophiert und von sich erzählt. Von ihren eigenen Erfahrungen ausgehend, inspiriert von den mitgebrachten Geschichten, kommen die Kinder in Schwung und meistern auch »große« philosophische Fragen. Die von der Illustratorin und Autorin Franziska Biermann poetisch gestalteten Postkarten bieten sich ebenfalls an, um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Häufig lassen wir die Kinder eine verdeckte Karte ziehen: Wo ist Heimat? Wem gehört die Welt? Bin ich etwas Besonderes?

»Herz braucht man, denn sonst hat man keine Liebe«

»Bin ich etwas Besonderes?« Diese Frage nehmen wir nachmittags mit einer Gruppe auf, die sich in der Grundschule in Warnemünde zusammen gefunden hat. Und was ist überhaupt »etwas Besonderes«? Darum geht es ja auch in unserer geliebten Geschichte »Sam und Dave graben ein Loch« (siehe Buchtipp). Etwas Besonderes muss, das steht fest, nicht immer Geld kosten. Die Kinder zählen auf, was alles besonders ist und gratis ist: Familie, inklusive sämtlicher Ganz- und Halbgeschwister, steht wieder mal an erster Stelle, blauer Himmel und Sonne und viele andere Dinge folgen, und eben auch das Herz… denn sonst hat man keine Liebe. Mit diesem warmen Gedanken packen wir unsere Taschen und Bücher ein und klettern in den winterlich kalten Bus. Heizung an, Kurs auf Brüel.

Unsere nächsten Termine

Im Herbst 2015 reist das Philomobil nach Mecklenburg-Vorpommern.