Donnerstag, 20.09.2018

Grundschule Eidertal Molfsee

Eine Schule, zwei Standorte – wirklich wahr? Aber ja! Zum Glück kennen wir uns hier schon aus und lassen uns nicht verwirren, wenn wir in Mielkendorf und in Molfsee zum Thema Wahrheit philosophieren. Zu welchen Gedankenflügen über Wahrheit werden sich Ina Schmidt und Anne Jaspersen wohl zusammen mit den Grundschülern aufschwingen? Ein wahrhaft erhebendes Gefühl..

»Ich lerne manche Kinder ganz neu kennen.« (Lehrerin)

 

 

In Kiel weht immer ein frischer Wind und ein frischer Wind eignet sich hervorragend zum Philosophieren. Deshalb landen wir um halb neun gut gelaunt mit unserem Philomobil auf dem Schulhof der Grundschule in Mielkendorf.

Es erwartet uns eine gemischte Runde aus Dritt- und Viertklässlern, mit denen wir gleich in die „großen“ Fragen einsteigen – was ist eigentlich Philosophie, fragt Ina Schmidt. Und was tun wir, wenn wir philosophieren? Es muss etwas mit Sprechen und Denken zu tun haben, da sind sich alle einig. Und – können wir damit so etwas wie eine Wahrheit erkennen?

„Die Dinge, die wir sehen sind auf jeden Fall wahr“, meint Jonas und viele andere Kinder stimmen ihm zu. Schon stecken wir mitten im Philosophieren, nehmen das Gedankenfliegermagazin zur Hand und überlegen, ob das, was wir da auf dem Titelblatt sehen wirklich eine Banane ist. Vielleicht verbirgt sich ja mehr dahinter?

Auch die Geschichte von dem Hund, den Nino nicht hatte, geht dieser Frage nach. Was ist echt und was nicht und können wir uns auch eine eigene Wahrheit vorstellen? Jonas glaubt nicht daran, aber Matti ist sich sicher, dass man sehr wohl etwas „haben“ kann, das es nicht gibt – dann hat man es eben halb. Am Ende ist klar, dass es gute Gründe für verschiedene Wahrheiten gibt und damit sind wir einer philosophischen Antwort schon sehr nahe gekommen. Der perfekte Moment, um uns einmal gemeinsam unseren Kopf zu massieren, damit die fliegenden Gedanken wieder ein bisschen sortiert werden.

Zum Abschluss werfen wir draußen auf dem Schulhof noch einen Blick in das Philomobil und die Kinder bekommen ein wenig Zeit, um im Gedankenfliegermagazin etwas zu zeichnen, das nur sie sehen können – und niemand sonst.

Für uns geht es danach weiter nach Molfsee, wo uns Frau König und Frau Fröhlich begrüßen. Mit einer gemischten Gruppe aus zwei vierten Klassen philosophieren wir heute draußen auf dem Schulhof und breiten unsere Teppiche direkt vor dem Philomobil aus. Mit Anne Jaspersen nähern wir uns der Wahrheit also aufs Neue, zuerst über den eigenen Namen: Der Ja/Nein/Jein-Würfel entscheidet, ob sich die Kinder mit ihrem richtigen (wahren) oder einem unwahren Quatschnamen in der Runde vorstellen und die Gedanken rauschen nur so. Danach überlegen wir gemeinsam, was eigentlich Wissenschaftler so machen, ob man nach der Wahrheit forschen kann, wenn man blind ist und was wir sehen, wenn wir die Augen schließen und einfach nur fühlen.

Die Geschichte von den fünf blinden Wissenschaftlern und der Elefantenwahrheit hilft dabei und zum Abschluss macht sich jedes Kind im Gedankenfliegermagazin nochmal ganz eigene Gedanken dazu, was aus einer Schlangenlinie alles werden kann. Um halb eins verabschieden wir uns von den fleißigen Philosophen und sausen mit dem Philomobil wieder auf zur nächsten Station.

 

»Was wir sehen können, halten wir für wahr.« (Jonas)

»Wissenschaftler sind von etwas überzeugt, was vielleicht gar nicht wahr ist.« (Kieran)

»Wenn ich die Augen zumache, dann sehe ich trotzdem etwas.« (Lara)

 

 

Unsere nächsten Termine

Im Herbst 2015 reist das Philomobil nach Mecklenburg-Vorpommern.