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18. Juni 2026

10 Jahre »Gedankenflieger« on tour im Landkreis Lüneburg

in Kooperation mit dem Jungen Literaturbüro Lüneburg.

10 Jahre »Gedankenflieger« im Landkreis Lüneburg – ein Grund zum Feiern. Danke für die wunderbare Zusammenarbeit über die Jahre hinweg!

 

Beschwingt gehen wir auf Gedankenreise, diesmal zum Thema Hoffnung. Was uns wohl erwartet? Welche Begegnungen werden uns in Erinnerung bleiben, welche Kindergedanken uns zum Staunen bringen, welche Eindrücke bleiben?

 

Tag 1: Braucht Hoffnung manchmal Glück?

 

Der Himmel über dem Landkreis Lüneburg leuchtet an diesem Morgen in kräftigem Blau. Birkenblätter rascheln im Wind, als wir auf dem Schulhof der Grundschule Barskamp ankommen. Ina übernimmt die erste Runde und überrascht nach einer Einleitung ins Philosophieren mit einem Würfelspiel, das die Klasse gemeinsam erfahren lässt, wie es ist, miteinander zu hoffen. Gleich schließt sich die Frage an: Braucht es manchmal auch einfach Glück, damit sich eine Hoffnung erfüllt?
Wir überlegen gemeinsam: Worauf haben wir Einfluss? Was können wir selbst tun? Und was müssen wir vielleicht einfach abwarten? Schnell füllt sich der Raum mit Geschichten. Dabei entsteht eine wichtige Erkenntnis: Hoffnung bedeutet nicht, sicher zu wissen, wie etwas ausgeht. Hoffnung hilft vielmehr dabei, mit Unsicherheit umzugehen und trotzdem nach vorne zu schauen.

 

Anschließend lesen wir gemeinsam das Bilderbuch »Wieder zu Hause«. Die Kinder hören aufmerksam zu und entdecken Hoffnung an ganz unterschiedlichen Stellen der Geschichte. Vielleicht hofft das Haus die ganze Zeit darauf, dass irgendwann wieder jemand kommt, obwohl es sich so abweisend verhält? Viele erkennen Hoffnung in der Möglichkeit eines Neuanfangs.

 

Im »Gedankenflieger«-Magazin beschäftigen wir uns anschließend mit einer persönlichen Frage: Welche Erinnerungen geben uns Kraft? Die Antworten reichen vom Klettergartenbesuch mit der Mutter über Hilfe bei schwierigen Hausaufgaben bis hin zu Ausflügen mit den Großeltern. Dabei wird deutlich, dass Hoffnung oft mit Erfahrungen verbunden ist. Wer schon einmal erlebt hat, dass etwas Schwieriges gut ausgegangen ist, schöpft daraus neue Zuversicht.

 

Kann man Hoffen üben?

 

Im nächsten »Gedankenflug« mit Stefanie wird schnell klar, wofür die Kinder dieser Klasse besonders brennen: Für Bewegung! Neben zahlreichen Fußballfans spielen vor allem Reiten und Hobby-Horsing eine große Rolle in der Klassengemeinschaft. Die Antworten auf die Frage »Worauf hofft ihr gerade?« sind offen und manchmal berührend:

 

»Ich hoffe, dass Mama nicht mehr so viel arbeiten muss.«

»Ich hoffe, dass es in meiner Familie weniger Streit gibt.«

»Ich hoffe, dass ich beim Springreiten richtig hoch springen werde.«

Und dann sagt ein Kind: »Ich hoffe, dass ich fliegen kann.«

 

Das bringt die Klasse zum Nachdenken. Kann man auf etwas hoffen, das unmöglich erscheint? Gibt es Grenzen der Hoffnung? Ganz unterschiedliche Bezüge kommen zur Sprache, etwa Glaube und Fantasie. Und eine weitere Frage ergibt sich: Kann man Hoffnung vielleicht üben? Die sporterfahrenen Kinder diskutieren über Training, Geduld und Ausdauer. Gleichzeitig wird deutlich: Hoffnung richtet sich nicht nur auf uns selbst. Wir können auch für andere Menschen hoffen oder für ein ganzes Team. Im Mittelpunkt unserer Bilderbuchbetrachtung steht der Hund Komet, der schwer erkrankt. Alle Kinder fiebern mit. Umso größer ist die Erleichterung, als schließlich feststeht: Komet wird wieder gesund. Ein hörbares Aufatmen geht durch die Runde.

 

Im »Gedankenflieger«-Magazin gestaltet dann jedes Kind sein persönliches Hoffnungstier. Schon bald bevölkern feuerspeiende Hoffnungsnashörner, fliegende Hoffnungselefanten, mutige Hoffnungsdrachen sowie kleine Hoffnungskatzen und Hoffnungshäschen die Seiten. Die Vielfalt der Bilder zeigt, wie unterschiedlich Hoffnung aussehen kann und dass Fantasie beflügelt.

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Tag 2: Sonne, Regen und Hoffnung an der Grundschule Reppenstedt.

 

Knallblauer Himmel, Morgensonne und jede Menge Trubel auf dem Schulhof der Grundschule in Reppenstedt – ein lebendiger Start in unsere Gedankenflüge mit zwei ersten Klassen, die uns schon erwartungsvoll begrüßen.

 

Wir starten in einem großen Stuhlkreis und überlegen, was es mit der »Liebe zur Weisheit« auf sich haben könnte, ob Weisheit immer etwas mit Wissen zu tun haben muss und wie man es anstellt, möglichst viel über solche Dinge zu lernen. Die großen Fragen bringen uns hier einen Schritt weiter, also die Fragen, auf die es fast immer mehr als eine richtige Antwort gibt.

 

So wie unsere Frage, die wir zur Hoffnung mitgebracht haben – was kann ich hoffen? Wir alle hoffen immer mal wieder irgendwas, aber was genau tun wir da eigentlich? Gar nicht so einfach. Emma muss erstmal genauer nachdenken. Vielleicht hat es etwas mit Wünschen zu tun, aber so richtig ist es dann doch nicht dasselbe – also probieren wir es gemeinsam aus. Bei einem gemeinsamen Würfelspiel »hoffen« wir auf eine ganz bestimmte Zahl: Zweimal klappt es nicht, aber dann. Bei Ibrahim hoffen wir alle auf eine »Vier« und als der Würfel tatsächlich die gewünschte Zahl zeigt, ist der Jubel groß – hat die Hoffnung bessere Chancen, wenn auch etwas Glück im Spiel ist? »Ja«, stimmt Tamme zu, »aber meistens muss man schon auch etwas können, damit man hoffen kann, so wie beim Fußballspielen.« Die Hoffnung hat offenbar ziemlich viele Facetten und so versuchen wir noch ein paar mehr davon herauszufinden – wie stehen z.B. Hoffnung und Glaube zueinander?

 

In der Geschichte »Ein Berg, ein Sturz, ein langes Leben« kommen wir auf die Frage, ob es auch darauf ankommt, wie und was man glaubt, welche Wahrheiten wirklich welche sind und wo es vielleicht auch um einen Aberglauben geht, den man ruhig mal hinterfragen darf. Eine hoffnungsvolle Einsicht, die wir da zusammen mitnehmen und am Ende gibt es für die Hoffnung von den meisten Kindern aus der 1b einen Daumen hoch!

Zum Abschluss versammeln wir uns noch einmal im Kreis. Ein roter Faden wandert von Kind zu Kind. Wer ihn in den Händen hält, nennt einen Gedanken, der aus dem gemeinsamen Philosophieren mitgenommen wird.

 

»Hoffnung ist, wenn man nicht aufgibt.«
»Manchmal braucht Hoffnung Mut.«
»Man kann für andere hoffen.«
»Vielleicht braucht Hoffnung manchmal auch Glück.«

 

Nach einer kurzen Kaffeepause, in der die Gedanken munter weiterfliegen, geht es schon weiter. Auch mit der Klasse 1c wollen wir über die Hoffnung nachdenken. Hier überlegen wir gleich am Anfang, wie ein gutes Gespräch funktioniert und welche Regeln es neben den kleinen und großen Fragen dafür braucht.

 

Spannend ist dabei besonders die Frage, ob wir Hoffnung sehen, hören, oder auch fühlen können? »Na klar«, meint Elisa, »schließlich kann man seine Hoffnungen ja aufschreiben oder jemandem erzählen.« Und Emil ist sicher, dass man Hoffnungen auch spüren kann, besonders dann, wenn es besonders schwierig ist, denn wenn »alles zerstört ist, dann kommt die Hoffnung.« Viele Kinder stimmen dieser wichtigen Einsicht sofort zu. Und wo genau spürt man diese Hoffnung? Wollen wir genauer wissen. »Im ganzen Körper«, findet Kalle. Elli ist sicher, dass es eher Kopf und Herz ist – in beiden gleich viel. Das probieren wir gemeinsam aus – mit der Geschichte »Hoffnung«, in der die Kinder mit der Hauptfigur Finn um seinen kranken Hund Komet bangen und so sehr hoffen, dass er wieder gesund wird. Zum Glück geht die Geschichte gut aus.

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Und da wir alle sicher sind, dass Tiere nicht nur manchmal Hoffnung brauchen, sondern auch viel Hoffnung geben können, malen die Kinder im »Gedankenflieger«-Magazin ihre ganz persönlichen »Hoffnungstiere« – manche können Hoffnungsblitze schleudern und gegen das Böse kämpfen, andere haben die Kraft von Tigern und Elefanten, aber auch eine Schnecke ist ein Hoffnungstier, weil sie ganz viel »fühlen« kann mit ihren beiden Fühlern.

 

Es sind viele Gedanken geflogen an diesem Vormittag in Reppenstedt und auch wenn die Sonne zwischendurch ein paar Regenwolken Platz gemacht hat, wussten wir alle danach noch viel besser, wie gut es ist, wenn man gemeinsam wieder auf Sonnenschein hoffen kann.

 

Tag 3: Gedankenflieger an der Grundschule Betzendorf

 

Die Grundschule Betzendorf ist eine kleine, einzügige Grundschule mitten in der Lüneburger Heide. Und weil es sich hierbei um eine offizielle und ausgezeichnete Umweltschule handelt, ist es auch kein Wunder, dass wir im Eingang von einem einladenden Bücherregal zu den Themen Nachhaltigkeit, Ethik und Natur empfangen werden.

Wie passend, denn Natur und Umwelt sind auch für uns Hoffnungsträger! Nach der freundlichen Begrüßung durch die Schulleitung und die Lehrerinnen starten wir dann auch schon mit dem ersten »Gedankenflug« mit den Klassen 1 und 2.

 

Los geht’s, Stefanie hat die Bilderbuchgeschichte »Hoffnung« von Corinne Averiss und Sébastien Pelon für diese Gruppe ausgesucht. Ein Hüpfspiel bringt vorab Bewegung ins gemeinsame Nachdenken und lädt dazu ein, Hoffnung von einer assoziativen Seite aus zu erleben: Die Kinder entscheiden sich hüpfend für eine Farbe, die sie mit Hoffnung in Verbindung bringen. Ob Regenbogen, Baum, Pool, Sonnenuntergang, Sonnenaufgang, Geburtstag oder alle Farben auf einmal – alle Farben von Braun bis Pink können für Hoffnung stehen. Bunt und farbenfroh soll es für Ida sein und Leon stellt hoffend fest: »Ich hoffe, wir fahren heute in den Heidepark!«

 

Im Magazin kommen wieder unterschiedliche Hoffnungstiere ins Spiel, von Superhelden-Robbe (Vincent), Hühnern (Ebba) über den Super-Dog bis zur ganzen Erde. Denn nicht nur einzelne Helden und Heldinnen machen Hoffnung, sondern wir alle zusammen!

 

Weiter geht’s mit Jörg und den Schülerinnen und Schülern der Klassen 3 und 4. Sie beschäftigen sich mit dem Buch »Ein Berg, ein Sturz, ein langes Leben« von Dayeon Auh. Auch hier entstehen schnell spannende Gespräche. Kann man Gedanken sehen, hören und fühlen?

Die meisten Kinder sind fest davon überzeugt: Ja klar! Zum Beispiel kann man fröhliche und traurige Gedanken sehr gut voneinander unterscheiden und erkennen. Und weise Menschen erkennt man daran, dass sie gute Entscheidungen treffen und wissen, welcher Weg für sie der richtige ist, meint Mathilda. Und worauf hoffen die Kinder?

 

Darauf, dass sie einen schönen Geburtstag feiern, viele Freunde haben, nicht zu früh sterben, dass die Mutter eines Kindes nicht an Krebs stirbt, eine andere Mutter nicht wieder in die Reha-Klinik muss und dass ihre Klassenlehrerin wieder gesund wird! Nicht zuletzt wissen sie auch die Kraft der Gemeinschaft und der Teamarbeit als eine wichtige Hoffnungsquelle zu schätzen.

 

Und auch die Geschichte regt die Kinder dazu an, darüber nachzudenken, was Hoffnung eigentlich bedeutet, wann Menschen Hoffnung brauchen und wie sie ihnen Kraft geben kann.

Das war ein großer und hoffnungsvoller Spaß in Betzendorf – und zwar klassenübergreifend mit den Klassen 1 bis 4.

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Tag 4: Von Gedanken, Hoffnung und Wörtern bis zum Mond

 

Heute landen die »Gedankenflieger« in der Grundschule Darendorf und besuchen die Klassen 1b und 2b. In der Klasse 1b beginnen wir mit einer Frage, die sofort für lebhafte Gespräche sorgt: Was sind Gedanken eigentlich?

Die Kinder überlegen, ob nur Menschen Gedanken haben oder auch Tiere. Haie, Kühe, Schafe und sogar Regenwürmer werden genannt. Gemeinsam fragen wir uns außerdem, womit man überhaupt denkt. Mit dem Gehirn? Mit den Augen? Oder vielleicht mit dem Herzen? Louis bringt die Runde mit einem Satz zum Staunen: »Mit dem Herzen sieht man die unsichtbaren Gedanken.«

 

Eine Schweigeminute hilft uns dabei, den eigenen Gedanken zuzuhören. Anschließend tauschen wir uns darüber aus, was wir gesehen, gefühlt oder gedacht haben. Schnell wird deutlich: Jeder Mensch denkt anders – und genau das macht unsere Gedankenwelt so spannend.

Mit geheimnisvollen Bildkarten gehen wir dieser Idee weiter nach. Obwohl alle Kinder dieselben Karten betrachten, entdecken sie ganz Unterschiedliches darin: Liebe, Neugier, Schlauheit oder einfach Gefühle. So wird sichtbar, wie vielfältig Denken sein kann.

Anschließend erforschen wir den Unterschied zwischen Wünschen und Hoffen. Kann man etwas dafür tun, damit ein Wunsch in Erfüllung geht? Die Kinder haben viele Ideen: Wunschbrunnen, Glücksbringer oder einfach ein fester Glaube. Besonders spannend ist die Frage: Kann man Hoffnung kaufen?

»Nein!«, meinen viele Kinder sofort. Gefühle könne man schließlich auch nicht kaufen und Hoffnung sei etwas, das man fühlen könne. »Am ganzen Körper!«, versichert Louis.

Mit dem Bilderbuch »Der Elefant auf dem Mond« begegnen wir einer Wissenschaftlerin, die trotz vieler Zweifel an ihrer Idee festhält. Die Geschichte irritiert, überrascht und regt zum Nachdenken an.

Gemeinsam kommen wir zu dem Gedanken, dass Hoffnung oft bedeutet, an etwas festzuhalten, auch wenn andere nicht daran glauben. Und manchmal sehen erfüllte Hoffnungen ganz anders aus, als wir sie uns vorgestellt haben – und werden gerade deshalb besonders.

 

In der Klasse 2b steht die Frage im Mittelpunkt, ob man Hoffnung teilen kann.

Die Kinder sind sich schnell einig: Man kann allein hoffen, aber auch gemeinsam. Viele teilen die Erfahrung, dass Hoffnung stärker wird, wenn man sie mit Freunden oder Freundinnen teilt. Emily stellt sogar während unseres Gesprächs überrascht fest, dass sie erst gestern gehofft hat – obwohl sie sich mutig als Einzige gemeldet hatte, als wir die Frage stellten, wer noch nie gehofft hat.

Gemeinsam finden wir heraus: Hoffnung kann laut ausgesprochen oder leise bewahrt werden. Sie kann kurz sein oder lange bleiben. Man kann für sich hoffen und für andere, allein und in Gemeinschaft. Aber wohl alle Menschen kennen sie.

 

Auch das Hüpfspiel bringt wieder überraschende Assoziationen: Gelb wie die Sonne. Grün wie ein frisch gewachsenes Blatt. Rot wie die Leichtigkeit eines Schmetterlings. Lila, weil aus zwei Farben etwas Neues und Schönes entsteht. Und Braun, weil Schokolade manchmal Kraft und Zuversicht schenken kann.

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Die dialogisch aufgebaute Bilderbuchgeschichte »Für dich habe ich Wörter bis zum Mond« lesen wir szenisch mit verteilten Rollen. Die Kinder sind begeistert und finden gemeinsam Wörter und Sätze, die Hoffnung schenken können:

 

»Ich glaube an dich.«
»Du bist die Beste.«
»Du bist mein Abenteuer.«
»Dich vergesse ich nie.«

 

Diese Hoffnungsbotschaften werden im Magazin aufgeschrieben, vorgestellt und schließlich gemeinsam vorgelesen. So darf jedes Kind erleben, wie es klingt, wenn eine ganze Klasse stärkende Worte spricht. Wie fühlt sich das an? «Schön«, sagen die meisten Kinder, »wie eine warme Dusche.« Für viele auch etwas ungewohnt – »aber auf eine gute Weise«. Vielleicht ist Hoffnung tatsächlich eine besondere Kraft, die in uns Menschen angelegt ist – eine Kraft, die wir teilen und weitergeben können. Mit Worten, Taten und Gedanken. Eine Kraft, die uns stärkt und verbindet.

Mit vielen Gedanken, neuen Fragen und einer großen Portion Hoffnung verabschieden wir uns aus den Klassen 1b und 2b – dankbar für zwei weitere wunderbare »Gedankenflüge«.

 

Tag 5: Grundschule Vögelsen

 

Am Freitag, unserem letzten Tag, sind wir in der Grundschule Vögelsen. Auch hier lernen die Kinder, ihre Gedanken in Worte zu fassen, anderen aufmerksam zuzuhören und unterschiedliche Meinungen auszuhalten. Genau diese Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt unseres Projekts.

So teilt uns Mathilda beispielsweise mit: »Ein Sonnenuntergang kann einem Hoffnung geben, weil man dabei besonders gut und intensiv meditieren kann und dann merkt, dass man mit anderen Menschen verbunden ist. Vielleicht gibt es irgendwo auf der Welt einen Menschen, den wir nicht kennen, aber der uns helfen würde. Wie ein Engel oder Gott, der uns beschützt.«

 

Jörg und Stefanie lesen aus den Büchern »Ein Berg, ein Sturz, ein langes Leben« und »Für dich habe ich Wörter bis zum Mond« vor. Und auch hier kommen wir mit den Kindern über die großen Fragen des Lebens ins Gespräch und ermutigen sie, darüber nachzudenken und gemeinsam zu erkunden, was ihnen Zuversicht gibt. Dabei gibt es kein »richtig« oder »falsch«, gefragt sind gute Gründe, eigene Erfahrungen und das Zuhören gegenüber anderen Meinungen.

 

Es ist schön zu erleben, mit welcher Offenheit die Kinder ihre Gedanken teilen. Sie berichten von eigenen Hoffnungen, von Wünschen für die Zukunft und von Momenten, in denen ihnen Hoffnung geholfen hat.

 

Als wir später wieder aufbrechen und unsere Tour damit beenden, liegen hinter uns viele Fragen, überraschende Gedanken und bewegende Gespräche. Und die Erfahrung, dass Hoffnung viele Gesichter haben kann: Sie kann trösten, Mut machen, verbinden und neue Möglichkeiten sichtbar werden lassen. Manchmal beginnt sie in einer Geschichte. Manchmal in einer Erinnerung. Und manchmal in einer Frage, die ein Kind in den Raum stellt.

 

Stefanie Segatz, Jörg Bernardy, Ina Schmidt