23. Juni 2020

»Der Streik der Farben«

von Drew Daywalt und Oliver Jeffers

Blau ärgert sich, weil er immer nur Himmel und Wasser malen darf, Orange und Gelb sprechen nicht einmal mehr miteinander. Warum nur? Rosa fühlt sich in ihrer Rolle völlig falsch wahrgenommen und Grau steht kurz vor dem Burnout – ständig soll er Elefanten malen. Die Farbstifte beschließen, sich zu wehren und so findet Duncan eines Morgens statt seiner Buntstifte einen Stapel Briefe in seinem Malkasten.

Der Text und die Illustrationen in dem Bilderbuch »Der Streik der Farben« von Drew Daywalt und Oliver Jeffers sind nicht nur kunterbunt, sondern geistreich und voller Humor. Und die vielen zerknitterten Briefe der unterschiedlichen Malstifte sehen aus, als wären sie von Kinderhand geschrieben. Das macht neugierig und schafft Nähe. Überhaupt fällt es nach dem Lesen nicht mehr schwer, sich in die Situation und die Gefühlswelt der Farben hineinzuversetzen. Durch den persönlichen Ton und die unterschiedlichen Handschriften der einzelnen Briefe erhält jede Farbe ihren ganz eigenen Charakter und ihr Anliegen wird emotional nachvollziehbar. Und schließlich vermitteln die Autoren spielerisch, wie Selbstermächtigung gelingt.
Oliver Jeffers bebildert diese Geschichte leichtfüßig und witzig, bunt und mit viel Luft für eigene Gedanken und Phantasie. Drew Daywalt ist ein anerkannter Filmemacher. Das Buch »Der Streik der Farben« war in den USA ein großer Erfolg und wurde 2017 im Verlag Nordsüd auf Deutsch herausgegeben.
Die Gedankenflieger philosophieren mit diesem Buch 2020 zum Thema Gerechtigkeit, es bietet jedoch z.B. in der Grundschule auch für die Fächer Kunst und Deutsch ganz viele Anregungen und Gesprächsanlässe.

 

»Der Streik der Farben« ist im NordSüd Verlag erschienen, ISBN: 978-3-314-10359-9