Mittwoch, 26.09.2018

Grundschule Brüel

Auch in der Grundschule Brüel dürfen wir erneut zu Gast sein und zusammen mit zwei dritten Klassen die Gedanken zum Fliegen bringen. Heute frisch ins Philomobil dazu gestiegen ist die Kinderbuchautorin Anne Jaspersen. Zusammen mit Miriam Holzapfel geht es spielerisch, bildreich und kreativ um so wichtige Fragen, ob man immer die Wahrheit sagen muss, woran man die Wahrheit erkennt und welche Kriterien es für sie geben mag. So herrlich viele Fragen – wir freuen uns auf Brüel!

»Manchmal macht die Wahrheit auch alles kaputt« (Mia)

Brüel ist seit der ersten ÜberLand-Tour ein festes Ziel auf der Herbstroute der Gedankenflieger. Zum vierten Mal hat die Bibliothekarin Frau Saalmann an die örtliche Grundschule eingeladen – die Bibliothek im Ort ist für unsere Veranstaltungsreihe leider zu klein.
In der Schule treffen wir zwei dritte Klassen, die schon eine Ahnung haben, was Philosophieren bedeutet. Und so können sie auch mit dem Namen unserer Veranstaltungsreihe durchaus etwas anfangen: „Beim Gedankenfliegen liest man im Gedächtnis“, vermutet Mia. Und ob sie es nun im Gedächtnis gelesen haben oder nicht: Zum Thema „Wirklich wahr“ haben die Kinder auf Anhieb viele Ideen.
Zum Buch „Ich war’s nicht, sagt Robinhund“ meinen fast alle, dass die Hauptfigur tatsächlich nicht war, was ihm unterstellt wird. Das Mitgefühl ist groß. Die Kinder unterscheiden sehr fein zwischen Absicht, Verantwortung für das eigene Handeln und Versehen und Unglücken. Wo keine Absicht vorliegt, da kann man nicht von Verantwortung sprechen, sind sich fast alle einig. Und weil man ein und dieselbe Situation auf verschiedene Arten sehen kann ist es vermutlich so, glaubt Marc-Romeo: „Es gibt immer mehrere Wahrheiten gleichzeitig, mindestens vier“. Wichtig ist nur: „Man muss seine eigene Wahrheit finden“ (Anna).
Das Buch „König Wirklich Wahr“ regt die Klasse im zweiten Veranstaltungsteil ebenfalls an, sich mit Situationen zu identifizieren, in denen es schwierig sein kann, offen auszusprechen, was es vielleicht auszusprechen gäbe. Viele Kinder haben Erinnerungen an Essen, das nicht geschmeckt hat und zu dem man aber trotzdem gute Miene macht, denn „Manchmal macht die Wahrheit alles kaputt“ (Milena). Und Lügen oder Schwindeleien gehören dazu, meinen die Kinder: „Es muss nicht immer alles stimmen. Manches ist ausgedacht“ (Leonie). Wichtig ist für die Kinder, dass sie das, was sie glauben sollen, auch wirklich mit den eigenen Sinnen wahrgenommen haben, umgekehrt formuliert es Elias: „Was man nicht sieht, muss man nicht glauben“. Muss man nicht, das ist wahr. Aber kann man vielleicht?

Unsere nächsten Termine

Im Herbst 2015 reist das Philomobil nach Mecklenburg-Vorpommern.